Wasserkraft ist langweilig? Stimmt nicht!

Im Rahmen des Erdkunde-Unterrichts in der Einführungsphase haben beide Grundkurse, die von Herrn Thomaß unterrichtet werden, dem Wasserkraftwerk in Heimbach einen Besuch abgestattet. Neben einer Führung innerhalb des Kraftwerkes, konnten wir im hauseigenen Museum über die Entwicklung der Elektrogeräte Geräte sehen, die wir höchstens von unseren Großeltern kennen. Vom uralten Fernseher, der veralteten Waschmaschine, einem mittlerweile überholten Kühlschrank bis hin zum Volksempfänger: Jede große Erfindung ihrer Zeit ist hier einmal vertreten gewesen.

In so einem Kraftwerk passiert mehr, als man denkt: In einem angrenzenden Tal liegt der Urftsee. Das Kraftwerk liegt – bei gefülltem See – ca. 100 Meter unterhalb des Seespiegels. Durch Rohre wird das Wasser in den Keller geleitet und dort zu Strom verwandelt. Könnte man meinen, aber ganz so einfach ist es doch nicht: Durch die Turbinen wird mit der Energie des vorbeilaufenden Wassers der Generator versorgt: Dieser baut in eingebauten Kupferspulen ein Magnetfeld auf. Durch dieses Magnetfeld wird Strom gewonnen.

So sieht eine Turbine von innen aus. Oben (durch die Welle (blauer Pfeiler) verbunden) steht der Generator. Hier findet die eigentliche „Stromerzeugung“ statt.

Nachdem der Strom aus dem Kraftwerk fließt, stellt sich noch eine weitere Frage: Was passiert mit dem Strom? Die Antwort „Er kommt in die Steckdose“ lassen wir hier einmal nicht gelten. Erst wird der Strom, der vorher nur wenige Volt hat, auf 20.000 Volt hoch transformiert – so wird er transportfähiger. Auf der gegenüberliegenden Rurseite liegt ein weiteres Umspannwerk, welches den Strom noch einmal hoch transformiert, auf 110.000 Volt. Achtung: Lebensgefahr! Von dort kann es weitergehen: Ab ins Stromnetz. Über das weitere Stromnetz fließt der Strom bis dorthin, wo wir ihn brauchen – in unsere Steckdose.

Nein, auch, wenn es so aussieht, ist das kein Schloss. Ganz im Gegenteil: Hier wird hart gearbeitet! So sieht das Kraftwerk von außen aus.

Stellt sich eine Frage: Wieviel kann das Kraftwerk an Leistung erbringen?

Das RWE-Kraftwerk kann – in Spitzenzeiten – 16 Megawatt an Leistung ins Stromnetz fließen lassen. Zum Vergleich: Das Kohlekraftwerk (KKW) in Eschweiler hat eine Kapazität von 2500 Megawatt. Ja, richtig gelesen: Das KKW in Eschweiler erbringt mehr als 150-mal soviel Leistung, wie das Wasserkraftwerk. Das Wasserkraftwerk kann dennoch knapp 7.500 Haushalte mit Strom versorgen.

Zu guter letzt möchte ich noch eines mit auf den Weg geben: Auch wenn die Leistung des Kohlekraftwerkes deutlich höher ist als die des Wasserkraftwerkes, hat die Nutzung der Wasserkraft viele Vorteile: Neben einer schnellen Startzeit (binnen drei Minuten kann Strom in das Stromnetz eingespeist werden!) gibt es einen erheblichen Vorteil. Regenerative Energie. Während Kohle, Öl und Gas endliche Reserven sind, die nach dem einmaligen Verbrauch nicht mehr zur Verfügung stehen, kann Wasser wiederverwendet werden. Die Effizienz dieser Kraftwerksart liegt bei 95% (insgesamt eher 85%), Kohlekraftwerke können mit ca. 30-45% kaum mithalten.

Zusammengefasst: Wenn ihr in der EF seid, könnt ihr euch auf eine coole Erdkunde-Exkursion freuen!

ist Chefredakteur der Schülerzeitung. Er ist seit 2012 Mitglied des Redaktions-Teams.

Derzeit besucht er die Q1 des Burgaus in den Leistungskursen Mathematik und Erdkunde.
Er steht allen Lesern gerne für Fragen oder Anmerkungen zur Verfügung.

Kontakt: redaktion[a]burgau-blog.de

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